Ist kein eigener Garten vorhanden oder man möchte frische Gewürzkräuter direkt am Küchenfenster kultivieren, kann man Kräuter im Kasten anbauen. Viele Kräuter sind sehr anspruchslos und begnügen sich mit dem begrenzten Raum. Aufgrund des begrenzten Platzbedarfes ist es notwendig, sich Gedanken über die Auswahl zu machen. Welche Kräuter werden häufig für Tee oder zum Kochen benötigt? Mit der Beantwortung der Frage sollte eine Auswahl getroffen werden.

Standorte

Fensterlagen können unterschiedlicher nicht sein. Südfenster haben aufgrund des Lichtangebotes andere Auswirkungen als Nordfenster. Bei sehr sonnigen Fensterbänken sollte man größere Kästen wählen, damit die Pflanzen mehr Bodenraum haben und das Substrat nicht so schnell austrocknet. Positiv sind auch Kästen mit seperaten Wasserspeicher. Tritt Wassermangel im Boden auf, kann es leicht zu Gewebe- und Blattverbrennungen kommen.

Sonnenabgewandte Fenster sind weniger vom Austrocken der Kästen betroffen. Jedoch bewirkt der Lichtmangel bei den Pflanzen einen längeren Wuchs und die Aromen und Wirkstoffe werden weniger stark ausgebildet. Der längere Wuchs kommt daher, dass sich die Pflanzen nach dem Licht recken und damit längere Triebe bilden.

Sehr dunkle Fenster (z.B. in dunklen Hinterhöfen) eigenen sich nicht für den Kräuteranbau.

Boden und Substrat für Kräuterkästen

Als Substrat lässt sich schwach bis mäßig gedüngte Blumenerde verwenden. Sie sollte etwas Sand enthalten bzw. nicht zu torfig sein. Reine Torfsubstrate speichern viel Feuchtigkeit, vergleichbar mit einem Schwamm. Ein Zuviel an Feuchtigkeit kann Wurzelschäden verursachen und die Pflanzen sterben ab.

Bepflanzung des Kräuterkastens

Nach einer Kräuterauswahl können die Kästen bepflanzt werden. Je nach Wuchshöhe und verwendetem Kraut ist ein Pflanzabstand von ca. 20cm (60er Kasten = max. 3 Kräuter) einzuhalten. Bei der Bepflanzung sollte die Pflanzen nicht wild durcheinander eingesetzt werden, sondern die Standortansprüche der Kräuter Berücksichtigung finden. Pflanzen mit festen kleinem Laub (Bohnenkraut, Thymian, Rosmarin) brauchen weniger Feuchtigkeit, sodass man sie zusammenpflanzen kann. Pflanzen mit großem weichen Laub (z.B. Minze, Basilikum) benötigen mehr Feuchtigkeit und sollten separat gepflanzt werden.

Bewässerung des Kräuterkastens

Grundsätzlich ist es so, dass man mit Bedacht Wässern sollte. Welken die Pflanzen im trockenen Substrat, ist dringend zu wässern. Dabei sollte man es nicht übertreiben, denn in diesen Situationen entstehen schnell Wurzelschäden durch Übernässungen. Sind die Pflanzen stark verwelkt oder verbrannt, ist ein Rückschnitt empfehlenswert. Damit wird der Pflanze die Last genommen, stark geschädigte Pflanzenteile retten zu müssen und sie kann neu austreiben.

Düngung von Kräutern im Kasten

Nährstoffe sind im begrenzten Bodenraum auch für Kräuterpflanzen notwendig, denn nur von Sonne und Wasser können sie nicht gedeihen. Sind die Nährstoffe im Substrat aufgebraucht, werden zumeist die Blätter etwas heller. Leichte Düngegaben mit Blumendünger oder organischen Düngern (z.B. Hornspänen) versorgen die Pflanzen mit Nährstoffen. Für welche Düngeform man sich entscheidet liegt im eigenen Ermessen. Auch Kräuter nehmen nur Ammonium- oder Nitratverbindungen auf und aus welchem Dünger es kommt, ist der Pflanze grundsätzlich egal.